äh… wir arbeiten… TEMPORÄR & MOBIL

Monika Schitter 21. Mai 2014 0
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Adresse
Kulturbüro die künstlerei
Tamsweg
Salzburg

5580
Österreich


Die Unmöglichkeit einer dauerhaften Heimstätte

Als im Herbst 2011 für uns unerwartet das definitive „AUS“ für das geplante Kunsthaus KUBUS 1024 kam, war ein weiteres Mal für die LKV eine Chance Geschichte, der zeitgenössischen Kultur eine dauerhafte Heimstätte zu schaffen. Die Situation der LKV und ihrer Kulturstätten erinnert an die der Lungauer Dienstboten, die in der Regel alle zwei Jahre ihren Dienstplatz wechseln mussten, wie sie Peter Klammer beschreibt.[1]
Das Nomadisieren zwischen Schauplätzen und Aufführungsstätten, die dadurch entstehende „flächendeckende“ Bespielung des gesamten Lungaus war und ist reizvoll aber mühsam. Camping ist nett im Urlaub, wenn man ein daheim ein „Basislager“ hat, weniger, wenn man das ganze Jahr über mit Hab und Gut von Ort zu Ort pilgert.
Die Arbeit der LKV hatte in den 40 Jahren ihres Bestandes eine ganze Reihe von temporären Heimstätten und Schauplätzen unterschiedlicher Qualität und Atmosphäre, von reizvoll und genial bis kaum zumutbar. Allen gemeinsam war, dass man nirgends ein dauerhaftes Bleiberecht, ein Selbstbestimmungsrecht hatte. Meist hatte man den Status eines Untermieters, eines „Gastarbeiters“ oder eines „Zaungastes“ und war mit Forderungen, Erwartungen und Einschränkungen der Herbergsgeber konfrontiert. Man zeigte sich anpassungsfähig, vielfach genügsam, hat sich mit den jeweiligen Gegebenheiten zu arrangieren gewusst, fühlte sich einmal mehr, einmal weniger willkommen, manchmal sogar angekommen und wähnte sich am Ziel: einer dauerhaften Bleibe. Wahrscheinlich hat deshalb das Scheitern des KUBUS so wehgetan.

 

Auf fremden Höfen

Dass es einem auf „fremden Höfen“ nicht zwangsweise schlecht gehen muss, beschreiben die vielen positiven Erfahrungen, die wir machen durften, als wir als willkommene Einleger beim Sauschneider (Fam. Löcker, St. Margarethen), Hiasn (Fam. Naynar, Fern/Göriach) und Trimminger (Fam. Hötzer, Sauerfeld) zu Gast waren.

 

Eine Burg für die Kultur: Mauterndorf

Beinahe alle Veranstaltungen der Kulturvereinigung finden zwischen 1982 und 2000 auf der Burg statt. Die Verwaltung der Räumlichkeiten obliegt der Liegenschaftsverwaltung des Amtes der Salzburger Landesregierung, der späteren Burgen- und Schlösserverwaltung, mit der es in regelmäßigen Intervallen immer wieder zu Konflikten kommt.
Nach unüberwindbaren Konflikten mit der Burgverwaltung übersiedelt 2006 der Konzertflügel der LKV, ein Symbol von „Kunst auf der Burg“, von Mauterndorf nach Tamsweg.

 

Sommerspiele – besondere Theaterschauplätze

Auf Grund des Fehlens eines adäquaten Theatersaales spielt die Theatergruppe MOKRIT seit 1998 ihre großen Produktionen auf wechselnden Plätzen. Der immer neue Theater-Spiel-Platz übt sowohl für Akteure als auch für ZuschauerInnen einen ganz besonderen Reiz aus. Gleichzeitig ist diese Form des Wandertheaters („temporär und mobil“) eine künstlerische und logistische Herausforderung und mitunter sehr mühsam und arbeitsintensiv.

Die archaische Burg Finstergrün in Ramingstein ist Ausgangspunkt der ersten großen MOKRIT-Produktionen, „Die Bettlerhochzeit “ (1998) und „Der Alchimist“ (1999) von Mark Ubl werden hier zur Uraufführung gebracht.
Mit Mark Ubls „Die Fabrik“ im Isospan-Werk (früher Papierfabrik) in Ramingstein/Madling wird Lungauer Theatergeschichte geschrieben, mit der Arbeitersaga (Musik: Querschläger) gewinnt MOKRIT und Regisseur Gerard Es im Jahr 2000 zum ersten Mal den Ferdinand Eberherr Theaterpreis. Zwöf Jahre später wird mit der bayrische Kriminaltragödie „Tannöd“ wieder ein großes Sommerstück in den alten Gemäuern der Papierfabrik aufgeführt.
Ramingstein stellt regelmäßig einzigartige Theaterschauplätze, ob mit dem Geigenwald in Madling („Im Geigenwald“,2002), dem Silberbergwerk („Munde“, 2002 / „Spiel im Berg“, 2005) oder mit dem Jahrhunderte alte Jagglerhof in Madling. Hier wird sowohl im Hof gespielt („Besuch der alten Dame“, 2003 / „Oberösterreich“,2006 / „Die dumme Augustine“ ,2007 / „Da Tanz“, 2007) als auch auf der extra errichteten Theaterarena neben dem Stall („Die Bettlerhochzeit II“,2004 / „Der Kebabkönig“, 2006 / „Fjellgard“, 2008 /„Die Gräfin“, 2008)
Für das Theaterprojekt „Im Untersberg“, frei nach Pfarrer Valentin Pfeifenberger wird sowohl in Thomatal am Kirchenvorplatz als auch auf dem St.Leonhardberg in Tamsweg eine aufwendige Freilichtbühne erreichtet.
Der „Saal 1“ oder Kulturgenuss auf engstem Raum
Der„Saal 1“ im Schloss Kuenburg mit seinen rund 60 Plätzen beherbergt unser Programmkino „Kino entan Tauern“, die Winterproduktionen von Theater MOKRIT und die Produktionen der Kinderszene.

 

OPEN AIR: Kultur auf Straßen und Plätzen

Festsaal Mauterndorf
Jagglerhof in Ramingstein
Wallfahrtskirche St. Leonhard

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