lebensUNwert
RÜCKBLICK -Ausstellung
4.Oktober – 11.November 2007
Tamsweg/Lungau
Ausstellung - Abschlussbericht
Was?
Nach der Oberösterreichischen Landesaustellung 2003 „Wert des Lebens“ in Schloss Hartheim startete im Oktober 2006 von Hallein aus eine entsprechende Darstellung dieser Zeit über das Bundesland Salzburg. Von 4.10 bis 11.11.2007 war diese Ausstellung, eingebettet in ein umfangreiches Rahmenprogramm, nun auch in Tamsweg/ Lungau zu sehen.
Worum ging es?
Während der NS-Herrschaft fielen über 400 kranke und behinderte Salzburger und Salzburgerinnen der Mordaktion, die von den Nationalsozialisten zynischerweise als Euthanasie (schöner Tod) bezeichnet wurde, zum Opfer. Es war keine „Erlösung von einem Leiden“. Allein ihr Abweichen von Normen, ihr Aussehen, ihr Verhalten oder ihre Leistungsfähigkeit setzte sie der todbringenden Verfolgung durch das NS- Regime aus. Das Leben der Menschen wurde als „lebensunwert“ bezeichnet. Ziel dieser Ausstellung im Gymnasium Tamsweg war es, den Opfern der „NS-Euthanasie“ symbolisch ihre Lebensgeschichte, ihr Gesicht, ihren Platz in unserer Mitte zurückzugeben, den Tod dieser Menschen als Verlust darzustellen, nicht nur für die Angehörigen, sondern für unsere Gesellschaft insgesamt. „Ihr Leben wäre lebenswert gewesen!“
Die Ausstellungsbetreiber im Lungau –
die Lungauer Kulturvereinigung LKV in Zusammenarbeit mit der Laube / sozialpsychiatrische Aktivitäten GmbH sowie den Partnern aus der Region Bundesgymnasium Tamsweg, Hilfswerk - Familien & Sozialzentrum Tamsweg, Katholische Bildungswerke Lungau, Lebenshilfe Salzburg/ Einrichtungen Lungau, Lungauer Frauentreff , Mobiles Palliativ - & Hospizteam Lungau, Theater MOKRIT, No Handicap – Lungauer Langlauftage, Öffentliche Bibliothek Tamsweg, Regionalverband Lungau, Renate Narobe (Bestattung), Rosa Brenkusch, (freischaff. Floristin), Salzburger Bildungswerk, St. Leonhard Bruderschaft, Seniorenwohnheim Tamsweg - konnten dieses Projekt, bedacht mit einer äußerst positiven Resonanz seitens der Lungauer Öffentlichkeit, letzten Sonntag (11.11.2007) beenden.
Zahlen
Die Ausstellung war an 27 Öffnungstagen insgesamt 216 Stunden geöffnet, wobei sowohl die Ausstellung mit Film und der Fachbüchertisch personell betreut wurden.
Rund 620 Schülerinnen und Schüler aus dem Lungau besuchten die Ausstellung, wobei die Schulen vor Ort (Gymnasium , HAK und HIT) die Ausstellung besonders intensiv nutzten: Einige Klassen besuchten im Geschichteunterricht mehrmals die Ausstellung, erarbeiteten , erforschten und diskutierten historische Hintergründe und politische Zusammenhänge zum Thema „Euthanasie in der NS Zeit“.
Zusammen mit den rund 210 außerschulischen Besuchern wurde die Ausstellung lebensunwert im Lungau von rund 830 Personen besucht. Das Begleitprogramm zur Ausstellung „Leben –Tod - Trauer – Leben“ umfasste insgesamt 18 Veranstaltungen welche von rund 800 Personen besucht wurden.
Insgesamt gab es bei der Veranstaltungsreihe „lebensunwert – Ausstellung und Begleitprogramm“ im Lungau somit rund 1630 Besucherinnen und Besucher.
Abschluss
Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildete am Sonntag, 11.11.2007 die Enthüllung einer Gedenktafel und ein abschließender Gedenkgottesdienst.
In einem Gemeinschaftsprojekt zusammen mit dem Bildhauer Reinhard Simbürger und LKV Obmann Robert Wimmer schuf der Special Art Künstler Herbert Fritzenwallner an der Kirchenmauer in Tamsweg eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die Euthanasie - Opfer des Nationalsozialismus im Lungau. „Einzigartig an dieser Gedenkstätte“, so Walter Reschreiter, Gestalter der Ausstellung aus Hallein, „ist die Namensnennung der Opfer. Noch nie wurde bisher in Österreich eine Gedenktafel mit den Namen der Opfer, so wie z.B. auch bei Kriegerdenkmälern üblich, an einer Euthanasiegedenkstätte angebracht.“ Mit der szenischen Lesung, „Ich leihe Dir meine Stimme“ wurde von der Theatergruppe MOKRIT die Tragik dieser Zeit noch einmal gegenwärtig gemacht, Vizebürgermeister Klaus Repetschnigg bedankte sich im Namen der Gemeinde bei den Initiatoren für diese wichtigen Engagement.
Dechant Markus Danner zelebrierte den abschließenden Gedenkgottesdienst in der Tamsweger Pfarrkirche. Mit Texten von August von Galen (dem ehemaligen Bischof von Münster und einem der engagiertesten Gegner des NS-Euthanasieprogramms in Deutschland), Fürbitten und Gedenkkerzen wurde noch einmal der Opfer gedacht:
„Wir gedenken der Opfer und geben ihnen symbolisch ihre Lebensgeschichte, ihren Platz in der Gesellschaft zurück. Ihr Leben wäre lebenswert gewesen!“
LKV Obmann





