Eröffnung die künstlerei: Theaterklassiker: Häuptling Abendwind oder Das Gräuliche Festmahl

ulli.santner 24. Mai 2015 Kommentare deaktiviert für Eröffnung die künstlerei: Theaterklassiker: Häuptling Abendwind oder Das Gräuliche Festmahl

Eröffnung die künstlerei: Theaterklassiker: Häuptling Abendwind oder Das Gräuliche Festmahl
Datum und Zeit:
24.05.15
19:30 – 21:30

„Häuptling Abendwind oder Das Gräuliche Festmahl“ – Operette in einem Akt von Johann Nestroy mit Musik von Jacques Offenbach

Nestroy entführt das Publikum in seinem letzten Stück – uraufgeführt 1862 – in das exotische Ambiente einer Südseeinsel, um uns dort auf Indianerhäuptlinge mit dem Charme Wiener Hausmeister treffen zu lassen. Hohe Politik und Diplomatie wird dort gepflogen, und das obligatorische Festbankett bildet den Höhepunkt dieser sozialkritischen Satire über Wilde und Zivilisierte.
Doch während wir heute die Qual der Wahl haben zwischen „italienisch“ und „taiwanesisch“, „gut bürgerlich“ oder Sushi, fast food oder gar vegan, während wir uns vor dem Überangebot an Nahrungsquellen in low carb und andere Diäten flüchten, stellt sich für Nestroys Südseeinsulaner ein viel handfesteres Problem: Was kredenzt man einem Stammeshäuptling, wenn die Vorräte erschöpft sind? Wenn davon vor allem auch die diplomatische Stabilität der politischen Beziehungen abhängt, muß da schon mehr auf die Tafel als ein paar Bananen und Kiwis. Und so muß für einen ordentlichen Braten auch schon mal einer der Untertanen seinen Kopf hinhalten, vielmehr sein zartes Lendenfilet.
Um die Bevölkerungszahl nicht allzu stark zu dezimieren, was natürlich auch die Steuerkraft erhält, wird Ausschau gehalten nach Mitgliedern in der Gesellschaft, deren Opfer leichter zu verschmerzen ist – nach Fremden.

Nestroy bricht mit seinem schwarzen Humor die hohe Politik herunter auf das Selbstverständnis des Wiener Proleten und lanciert zwischen karibischem Ambiente und österreichischer Gemütlichkeit die Pfeile seines beißenden Spotts direkt auf das Publikum selbst.

Die Ein-Mann-Fassung von Christian Higer folgt Nestroys Desillusionierung, indem sie auch noch alle Operettenopulenz mit Orchester, Chor und schillernden Kostümen von der Bühne verbannt und sie in der Phantasie der Zuschauer allein durch die Kraft der Sprache aufleben läßt.
So wird dieser Nestroysche Klassiker zu einem komödiantischen, makaber lustvollem und appetitanregenden Kabarettabend.

Christian Higer
geboren in Salzburg, aufgewachsen in Tamsweg
Nach Abschluß des Schauspielstudiums am Konservatorium der Stadt Wien war er festes Ensemblemitglied an den Theatern in Memmingen, Linz, Konstanz und Würzburg.
Von 2008 bis 2014 arbeitete er freischaffend u.a.  bei den Salzburger Festspielen, am Bayrischen Staatsschauspiel München, am Schauspiel Dortmund und an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf .
Seit Sommer 2014 ist er festes Ensemblemitglied am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken.
Neben dem Theater ist er auch als Sprecher und für Film und Fernsehen tätig (u.a. „Tatort“ Saarbrücken)
www.christianhiger.de

Eintritt frei

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Veranstaltungsort
Schloss Kuenburg, Kuenburgsaal

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