Kino: Ich, Daniel Blake

Ines Fingerlos 8. Juni 2017 Kommentare deaktiviert für Kino: Ich, Daniel Blake

Kino: Ich, Daniel Blake
Datum und Zeit:
08.06.17
20:00 – 21:40

GB , F 2016 | Drama | 100Min. | Regie: Ken Loach– Luna Film, 8,0

Es ist der beste Film des Jahres 2016! Glühend und bewegend Völlig zurecht mit der Goldene Palme in Cannes gefeiert.

Die Szene einer jungen, arbeitslosen, alleinerziehenden Mutter in einem Supermarkt wird sich einbrennen in das Vermächtnis des Kinos. Eine Szene, die in ihrer Wahrhaftigkeit einen ganzen Kinosaal in Cannes voll mit Profikinomenschen zum Weinen gebracht hat.
Ein berührendes Drama über einen Tischler, der nach Jahrzehnten erstmals arbeitslos wird und vom Staat um die Arbeitslose betrogen, gegen die Mühlen der Bürokratie kämpft. Er re signiert nie und gibt dabei einer alleinerziehenden, arbeitslosen Mutter mit zwei kleinen Kindern das Leben zurück. Die Frau ist auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung. Gemeinsam kämpfen sie gegen exekutierende Beamte. Regisseur Ken Loach, das soziale Gewissen des britischen Kinos, erzählt mit gewohnt trockenem Humor über das Ende des Sozialstaates, der über die Leichen seiner Bürger geht. Am Ende des Films gab es in Cannes den längsten Jubel, den das Film festival heuer erlebt hat – für ein, bei allem Realismus, positives Meisterwerk!

Mensch bleiben. Daniel Blake (Dave Johns), verwitweter Tischler, hat keine großen Ansprüche. Doch als er wegen seines schwachen Herzens für arbeitsunfähig erklärt wird, wird er vom funktionierenden Systemrädchen zum Problemfall. Als das Krankengeld ausläuft, sucht er um Sozialhilfe an, doch sein Antrag wird abgelehnt. Auf Arbeitslosengeld hat er jedoch auch keinen Anspruch – denn dafür müsste er nachweisen, dass er Arbeit sucht, was er wiederum aus gesundheitlichen Gründen nicht darf …

Im Spießrutenlauf durch den Behördendschungel lernt er die Alleinerzieherin Kattie (Hayley Squires) kennen. Die ist ebenfalls aus dem System gefallen: Alimente werden nicht bezahlt, klagen kann sie sich nicht leisten. Für Kinderbetreuung hat sie kein Geld, aber sie kann die Kinder auch nicht alleine lassen, um nach Arbeit suchen … Zwischen Daniel und Kattie entsteht erst eine Zweckgemeinschaft, und nach und nach eine echte Freundschaft. Gemeinsam versuchen sie, den fast unmöglichen Alltag zu bewältigen, und gemeinsam kommen sie zur deprimierenden Erkenntnis: Das, was ihnen passiert, ist keine Lücke im System – sondern die Basis des Systems: Der einstige Sozialstaat ist schon längst einem Moloch gewichen, der die, die nicht mehr einzahlen können, gnadenlos zur Seite wirft.

 

KINO entan TAUERN im KULTURZENTRUM „die künstlerei“ / Tamsweg

Eintritt: € 7,- / Erm. € 6,- / Jugend € 5,-

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KULTURZENTRUM die künstlerei

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